.Poker.

 

 

 

 

AKTUELLE MONDPHASE

------------------------------------

ist der Name einer Familie von Kartenspielen, die in der Regel mit Pokerkarten des anglo-amerikanischen Blatts zu zweiundfünfzig Karten gespielt werden und bei denen mit Hilfe von fünf Karten eine Hand gebildet wird. Dabei setzen die Spieler dieses Glückspiels ohne Wissen um das Blatt des Gegners einen unterschiedlich hohen und mehr oder weniger wertvollen Einsatz (Spielmarken, Chips, Geld etc.) auf die Gewinnchancen der eigenen Hand. Die kompletten Chips einer Spielrunde fallen schließlich demjenigen Spieler mit der stärksten Hand zu oder dem einzig Übriggebliebenen, wenn alle anderen Spieler nicht bereit sind, den von ihm vorgelegten Einsatz ebenfalls zu bringen. Dies eröffnet die Möglichkeit, durch Bluffen auch mit schwachen Karten zu gewinnen. Das Ziel im Poker ist es, möglichst viele Chips, Spielmarken oder Geld von anderen Spielern zu gewinnen.

Je nach Spielvariante hat der Spieler verschiedene Möglichkeiten, sein Blatt zusammenzustellen. Ebenfalls abhängig von der Spielvariante ist, ob entweder die beste (High) oder die schlechteste Hand (Low) gewinnt und wie groß die maximale und bevorzugte Spieleranzahl ist.

 

Gif Banners

 


Bei der folgenden Beschreibung handelt es sich um die geläufigen Regeln der Variante Texas Hold’em. Dennoch unterscheiden sich die Spielregeln der meisten anderen Varianten nur unwesentlich von dieser.


Bestimmung des Kartengebers

Alle Spieler erhalten vor Spielbeginn eine aufgedeckte Karte. Der Spieler mit der höchsten Karte ist in der ersten Runde der Kartengeber (Dealer), was durch den Dealer Button, einen flachen, abgerundeten Zylinder angezeigt wird. Haben zwei Spieler die gleiche höchste Karte, so entscheidet die vom Bridge her bekannte Ordnung der Farben: Pik (?) gilt als die höchste Farbe, gefolgt von Herz (?), Karo (?) und Kreuz (?). Diese Farbreihenfolge gilt aber ausschließlich beim Finden des ersten Dealers, sobald die erste Hand gespielt wurde, sind die Farben völlig unbedeutend. Der Dealer Button rückt vor dem Beginn jeder neuen Runde eine Position im Uhrzeigersinn weiter, so dass jeder Spieler nacheinander Dealer ist. In einem Kasino ist der tatsächliche Kartengeber allerdings ein Kasinoangestellter, der nicht mitspielt.


Mindesteinsätze

Bei den Blinds handelt es sich um Einsätze, die die ersten zwei Spieler links vom Geber in jedem Fall zahlen müssen, bevor die Karten gegeben werden. Üblicherweise zahlen die beiden Spieler links vom Dealer den Small- und Big Blind, wobei der Einsatz des Small Blinds in der Regel der Hälfte des Einsatzes des Big Blinds entspricht. Dabei entspricht die Höhe des Big Blinds auch der Höhe des Mindesteinsatzes. Der Spieler, der sich links vom Big Blind befindet, eröffnet die erste Setzrunde (man sagt, er ist under the gun); der Big Blind ist als letzter an der Reihe. Wenn kein Spieler den Mindesteinsatz erhöht hat, kann der Big Blind entweder schieben oder erhöhen. Falls erhöht wurde, gelten die üblichen Bedingungen. In den weiteren Setzrunden ist der Small Blind zuerst an der Reihe und der Dealer wird als Letzter gefragt. Dadurch hat er einen Informationsvorsprung gegenüber den restlichen Spielern, da er weiß, wie sich die in der Hand verbliebenen Spieler verhalten. Dadurch entsteht der Vorteil der Position, der einen maßgeblichen Einfluss auf das Setzverhalten eines Spielers ausübt. Falls nur noch zwei Spieler an einem Tisch spielen, es also zu einem heads up kommt, ändern sich die Regeln. Der Small Blind ist hier auch der Dealer. Vor dem Flop ist zwar wie gewöhnlich erst der Small Blind an der Reihe, nach dem Flop wird aber stets der Big Blind zuerst gefragt. Die Höhe der Blinds bei Turnieren hängt von zwei Faktoren ab, zum Einen von der Art des Turniers und davon, zum Anderen wie lange das Turnier bereits läuft. Bei großen Turnieren wie der World Series of Poker beträgt der Small Blind zu Beginn etwa ein Prozent des Stacks eines Spielers. Besonders bei Fernsehturnieren steigen die Blinds schnell und sind bereits zu Beginn sehr hoch. Bei Poker Superstars machen der Big Blind anfangs fast 7 Prozent aus. Die Blinds steigen danach entweder nach einer bestimmten Zeit oder nach einer festgelegten Anzahl von gespielten Runden. Bei kleinen Onlineturnieren werden die Blinds alle fünf bis zehn Minuten erhöht. Falls die Blinds ansteigen, werden sie in der Regel zwar anfangs verdoppelt, im späteren Verlauf jedoch nur um 25–40 Prozent erhöht. Es kann jedoch auch geringe Abweichungen geben, damit es eine Konformität mit dem Wert der Chips gibt. Falls die Blinds zum Beispiel bei 10/20 liegen, werden sie für gewöhnlich auf 25/50 oder, wenn keine Chips vorhanden sind, die fünf wert sind, auf 20/50 erhöht.

Neben den Blinds gibt es bei manchen Spielweisen auch ein Ante. Ein Ante ist ein kleiner Betrag, der von jedem Spieler gezahlt werden muss, bevor die Karten gegeben werden. Nach dem Geben folgen normale Setzrunden entsprechend der Spielvariante und Setzstruktur. Beim Stud ist eine Variante verbreitet, bei der ein anhand der offenen Karte bestimmter Spieler ein so genanntes bring in setzen muss. Bei manchen großen Turnieren wie etwa der World Series of Poker kommt es im späteren Verlauf dazu, dass sowohl ein Ante, als auch Blinds eingehoben werden.

Bei Cash Games werden die Blinds und gegebenenfalls auch das Ante gar nicht erhöht. Stattdessen muss ein Spieler ein Vielfaches des Big Blinds als buy in verwenden. Wie viel das ist, variiert je nach Spiel.

 

myBet.com_Sport

 

Ablauf einer Spielrunde

Nachdem die Mindesteinsätze gesetzt worden sind, erhalten alle Spieler vom Dealer ihre Karten. Danach wird gesetzt. Ein Spieler kann erhöhen (raise), mitgehen (call), aussteigen (fold) oder, wenn in der gleichen Spielrunde noch kein anderer Spieler gesetzt hat, schieben (checken) oder setzen (bet).

Um in der Hand zu bleiben, muss ein Spieler mindestens mitgehen oder, falls nicht gesetzt wurde, schieben. In der ersten Setzrunde muss man, um seine Hand zu behalten, mindestens den Big Blind setzen. Da der Small Blind schon anfangs einen Betrag setzen musste, muss er nur noch den Einsatz „auffüllen“. Steigt er aber aus, muss er seinen Small Blind abgeben. Falls alle Spieler in einer Runde denselben Betrag in den Pot gezahlt haben oder ausgestiegen sind, folgt der nächste Schritt. Dieser Vorgang wiederholt sich im Regelfall, ehe alle Spieler, die bis zum Ende mitgegangen sind, ihre Karten vorzeigen (Siehe Abschnitt Showdown). Wenn bis auf eine Person alle Spieler ausgestiegen sind, erhält der verbliebene Spieler den Pot, meist ohne seine Karten vorzeigen zu müssen. Falls der verbliebene Spieler ein marginales Blatt hält, wird sein Verhalten als Bluff bezeichnet.


Showdown

Als Showdown wird das Aufdecken der bis dato verdeckten Karten der Spieler bezeichnet. Dies kann geschehen, wenn zumindest ein Spieler bereit ist, das all in eines Gegners zu zahlen. Alternativ dazu kann es auch nach der vierten und letzten Wettrunde zu einem Showdown kommen. Der Spieler, der zu diesem Zeitpunkt die beste Hand hält, erhält den gesamten Pot. Es kann aber auch zu einem geteilten Pot kommen, wenn zwei oder mehr, in einen Pot involvierte Spieler, die gleichstarke Hand besitzen. Bei einem Showdown nach einem all in spielt der Faktor Glück eine größere Rolle als im regulären Spiel, da selbst sehr starke Hände mit weiteren Gemeinschaftskarten geschlagen werden können und der Spieler keinen Einfluss auf das Geschehen nehmen kann.

 

 

Spielvarianten

Um eine Pokervariante vollständig zu beschreiben, müssen die Spielart, die Setzstruktur, die Blindstruktur und Wertungsvariante sowie gegebenenfalls Sonderregeln vorgegeben werden. Die Spielart legt fest, welche Karten der Spieler sehen und welche er für die Bildung der besten Hand verwenden darf. Die Setzstruktur gibt vor, wie viel der Spieler setzen oder erhöhen darf. Die Blindstruktur bestimmt, wie der Grundstock von Einsätzen für das Spiel gebildet wird. Mit den Sonderregeln kann das Spiel auf beliebige Weise abgeändert werden.


Grundsätzliche Spielarten

Man unterscheidet grob zwischen drei verschiedenen Kategorien des Kartenpokers.

In die Kategorie Hold’em fällt neben Texas Hold’em, das seit einiger Zeit mit Abstand die beliebteste Variante ist, auch das ähnliche Omaha Hold’em. Bei diesen und allen weiteren Hold’em-Varianten kommen im Laufe der Zeit so genannte Community Cards (dt. Gemeinschaftskarten oder engl. Board Cards), bei diesen beiden Varianten sind es fünf, auf den Tisch. Mit diesen Karten kann jeder Spieler seine Hand bilden. Zusätzlich zu diesen Karten, erhält jeder Spieler zu Beginn einer Runde Hole Cards. Diese Karten sind nur für diesen Spieler ersichtlich, können also nur von diesem Spieler genutzt werden. International ist die Variante No Limit Texas Hold’em am weitesten verbreitet. No Limit bedeutet, dass jeder Spieler in jedem Zug alle seine Chips setzen kann. Speziell bei der Variante Omaha Hold’em ist das Limit Pot Limit sehr weit verbreitet. Der Grund für die Popularität von Texas Hold’em ist, dass das Spiel zwar für Anfänger leicht zu erlernen ist, es aber dennoch seine Zeit braucht, bis ein Spieler ein hohes Niveau erreichen kann.

Beim Stud Poker erhält jeder Spieler sowohl offene, als auch verdeckte Karten. Ein weiteres Merkmal dieser Variante ist, dass die Position des Spielers, der die Runde eröffnet, sehr häufig wechselt. In diese Kategorie fällt neben dem Casinospiel Tropical Stud auch das weit verbreitete Seven Card Stud, welches das ältere Five Card Stud fast völlig verdrängt hat. Stud wird in der Regel immer mit Ante und Fixed Limit gespielt. Seven Card Stud war bis vor einigen Jahren meistens die einzige Variante, die in Casinos angeboten wurde. Mittlerweile offerieren aber auch immer mehr Spielbanken Texas Hold’em.

Die dritte Kategorie, das Draw Poker, wird als die Älteste angesehen. Hier erhält jeder Spieler eine, je nach Variante, festgelegte Anzahl an Karten, die er verdeckt in seiner Hand hält. Draw Poker ist die einzige Kategorie, bei der ein Spieler keine Karten des Gegners zu Gesicht bekommt. Deshalb ist der Glücksfaktor bei den Varianten des Draw auch größer als die Varianten des Stud und Hold’em Poker. Die bekannteste Variante ist Five Card Draw. Bei dieser Variante hält jeder Spieler fünf Karten in der Hand. Er kann in mehreren Setzrunden Karten gegen unbekannte Karten tauschen, um seine Hand zu verbessern. Five Card Draw war auch lange Zeit die beliebteste, am weitesten verbreitete Variante und wurde auch in vielen Filmen thematisiert. Hier sind insbesondere Western hervorzuheben, was den Grund hat, dass die Variante im Wilden Westen sehr weit verbreitet war.

Weitere verbreitete Casinopokervarianten, die nicht direkt zu diesen Kategorien gehören, sind Pai Gow Poker und Easy Poker. Poker kann auch mit Würfeln gespielt werden. Pokerwürfel entstanden um 1880 in den USA. Es existiert ein Patent aus dem Jahre 1881. Pokerwürfel zeigen an den sechs Flächen die Kartensymbole Ass, König, Dame, Bube, Zehn und Neun. Das Ass liegt der Neun, der König der Zehn und die Dame dem Buben gegenüber. Die drei grundlegend verschiedenen Formen des Würfelpoker sind Poker Dice oder Offenes Würfelpoker, Liar Dice oder Verdecktes Würfelpoker (franz. Poker menteur) und Escalero. Würfelpoker ist deutlich sporadischer verbreitet als Kartenpoker.


Setzstruktur

Die Setzstruktur gibt an, wie viel ein Spieler setzen und um wie viel er erhöhen darf. Auch hier wird zwischen verschiedenen Variationen unterschieden. In der No Limit-Variante darf der Spieler jederzeit seine gesamten Chips setzen, man sagt: er ist all in. Dieses Limit wird besonders häufig in den Hold’em-Varianten eingesetzt. Eine weit verbreitete Weisheit besagt, dass man bei No Limit die Karten seines Gegners spielt. Die Pot Limit-Variante unterscheidet sich von dem oben genannten No Limit nur dadurch, dass höchstens soviel gesetzt werden kann, wie sich bereits im Pot befindet. Wenn ein Spieler einen Einsatz leistet, wird dieser sofort zum Pot dazu addiert. Fixed Limit (oft auch nur Limit genannt) schreibt die Höhe der Einsätze und Erhöhungen direkt für jede einzelne Setzrunde vor. Es ist zwar möglich, dass in jeder Setzrunde das gleiche Limit verwendet wird, jedoch ist dies unüblich. Weit verbreitet ist es, dass der Grundeinsatz nach der Hälfte der Setzrunden verdoppelt wird. Eine weitere, häufig angewendete Regelung ist, dass in einer Setzrunde höchstens dreimal erhöht werden darf. Dieses Limit ist dem No Limit sehr gegensätzlich. Man sagt, dass hier, anders als bei No Limit, die eigenen Karten gespielt werden. Der Unterschied rührt daher, dass es bei dieser Variante sehr schwer ist, den Gegner aus einer Hand zu bluffen. Spread Limit ist bei weitem nicht so verbreitet, wie die drei anderen Varianten. Hier darf nur innerhalb eines bestimmten Bereichs gesetzt oder erhöht werden.

Bei allen Limit-Varianten muss ein Spieler, der erhöhen will, den Einsatz mindestens um den Big Blind erhöhen. Bei Fixed Limit wird dies dem Spieler sogar vorgeschrieben; er muss also genau um den Blind erhöhen. Eine Ausnahme stellt bei den Varianten No- und Pot Limit das all in dar.

 

Struktur der Mindesteinsätze

Damit ein gewisser Druck auf die Spieler ausgeübt wird, müssen sich vor dem Beginn einer Spielrunde eine gewisse Menge an Chips im Pot befinden. Je nach Variante sind die beiden Lösungen Blind und Ante verbreitet. Während Erstere nur von zwei Spielern entrichtet werden, dem so genannten Small- und Big Blind, muss das Ante von allen Spielern gezahlt werden.

Bei Hold’em-Varianten werden traditionell immer Blinds verwendet. Dem entgegen stehen sowohl Stud- als auch Draw-Varianten bei denen fast ausschließlich Antes geleistet werden müssen. Besonders im späteren Verlauf bei großen Hold’em-Turnieren, aber auch in Cash Games, werden oftmals sowohl Blinds als auch Antes verwendet.


Wertungsvarianten

Die Wertungsvariante gibt die Reihenfolge der Kombinationsmöglichkeiten einer Hand an.

Die klassische Variante ist High. Hier gewinnt die beste Hand, gemessen an den gewöhnlichen Kombinationsmöglichkeiten. Der Royal Flush ist also die stärkste Hand, während High Card die schwächste Kombination darstellt. High ist heute am Weitesten verbreitet.

Bei Low (auch Lowball) gewinnt nicht die nach obigen Maßstäben beste, sondern die schwächste Hand. Low ist eigentlich nur ein Überbegriff, der wiederum verschiedene Wertungsvarianten kennt. Die am weitesten verbreitete Untervariante von Low wird Lowball ace to five genannt. Sie kennt weder Straights noch Flushs. Die niedrigste Karte ist das Ass, die eine Eins repräsentiert. Auf das Ass folgt die gewöhnliche Reihenfolge, also 2-10, gefolgt von den Bildkarten. Die beste Hand in oben angesprochener Variante ist also eine Kombination der Karten von Ass bis Fünf, die Schwächste ist ein Vierling aus Königen mit einer Dame als Kicker. Eine weitere Untervariante ist Lowball Deuce to Seven. Hier gibt es alle gewöhnlichen Kombinationen, also auch Straights und Flushs. Das Ass gilt als höchste Karte. Die beste Hand ist also Zwei bis Sieben ohne Sechs. Falls mehrere Spieler bei Low die gleiche Kombination haben, verliert der Spieler mit der höchsten Karte. Falls diese identisch ist, zählt die zweit-, danach die dritthöchste Karte. Falls zwei oder mehr Spieler die gleiche beste Hand halten, kommt es wie gewohnt zu einem Split Pot.

Daneben gibt es auch High/Low. Diese Variante vereint die beiden anderen Wertungsvarianten. Der Pot wird am Ende in zwei gleich große Teile aufgeteilt. Ein Teil geht wie in bei High an die beste, der andere wie bei Low-Variante an die niedrigste Hand. Es ist durchaus möglich, wenn auch unwahrscheinlich, mit einer Hand sowohl die beste Low-, als auch die beste High-Hand zu halten (Scoop). Besonders die Hand Ass bis Fünf (das sogenannte Wheel) wird angestrebt, da sie sowohl eine Straight, als auch die Low Nuts darstellt. Eine andere interessante Untervariante, welche häufig in unten beschriebenen High/Low-Varianten zur Anwendung kommt, ist das sogenannte Eight or better. Um sich hierbei für eine Low-Hand zu qualifizieren, benötigt der Spieler fünf ungepaarte Karten mit dem Wert 8 als höchstem erlaubten Wert. Das Ass zählt als Eins, Flushes und Straights zählen nicht gegen den Spieler.


Sonderregeln

Neben Home Games werden Sonderregeln des Öfteren auch bei Cash Games verwendet. Wenn bei einem solchen Spiel alle im Pot verbliebenen Spieler einen Regeländerungsvorschlag akzeptieren, wird dieser in der Regel auch angewendet. Eine bekannte Sonderregel ist, dass ein Spieler eine Mindesthand haben muss, damit er zu Beginn setzen darf. Bei dem Casinospiel Let it Ride bekommt der Spieler erst Geld ausgezahlt, wenn er eine bessere Hand als ein Paar Zehner hat. Ebenfalls weit verbreitet ist die Regelung, dass bestimmte Karten eines Decks zu Jokern erklärt werden. Dafür können Wildcards eingeführt werden. Dadurch wird auch ein Fünfling möglich. Diese Hand schlägt nach den gängigen Regeln sogar einen Royal Flush.

Daneben gibt es eine Reihe von modifizierten Varianten, wie etwa Royal Hold’em oder Speedpoker.

 

Gif Banners

 

Begriffe, Mathematik und Psychologie

Fachausdrücke

Durch die Jahre haben sich für fast alle Verläufe einer Hand spezifische, meist englische, Begriffe eingebürgert. Diese Begriffe müssen meistens je nach Spielvariante differenziert werden, um korrekt verstanden zu werden. Der Grund, warum beinahe alle Ausdrücke in Englisch gehalten sind, besteht darin, dass das Spiel seine Wurzeln in den Vereinigten Staaten hat und die wichtigsten Entwicklungen dort stattgefunden haben.


Mathematische Komponente

Die mathematische Komponente des Pokerspiels kann unter dem Begriff Pot Odds zusammengefasst werden. Die Pot Odds geben das Verhältnis von der Qualität der Hand zur Größe des Pots, genauer gesagt die Höhe des maximal zu zahlenden Einsatzes, an. Um die Pot Odds zu ermitteln, muss ein Spieler vorrangig die Anzahl seiner Outs kennen. Die Outs geben an, wieviele der unbekannten Karten im Deck dem Spieler zur Vollendung seiner Hand verhelfen. Falls ein Spieler einige Outs hat, wird das als Draw bezeichnet. Um in Pokerspielen langfristig Gewinn zu erzielen, sollte ein Spieler unter anderem das System der Pot Odds verstehen und auch anwenden.


Psychologische Komponente

Ein guter Spieler kann durch das Beobachten der anderen Spieler erahnen, mit welcher Strategie der Gegner spielt. Er achtet auf das Setz- und Spielverhalten, sowie auf das Tempo, mit dem Entscheidungen getroffen werden. Neben dem Beobachten der Spielweise kann man auch an dem Verhalten der Spieler Zeichen erkennen, die auf die Stärke der Hände hinweisen (so genannte Tells). So sagt man, dass ein langes Betrachten der Karten ein Zeichen für eine starke Hand sei. Außerdem kann man erkennen, ob ein Spieler nervös ist. Um dies festzustellen, beobachten die Spieler die Körperhaltung, die Augen, das Gesicht und die Hände der Gegenspieler. Wenn ein Spieler absolut keine Informationen über tells preisgibt, also beispielsweise keine Nervosität zeigt, spricht man von einem Pokerface. Dies erfordert eine sehr starke Disziplin. Deshalb benutzen viele professionelle Pokerspieler unter anderem Sonnenbrillen, um die Augen zu verdecken. Weitere Methoden sind die Karten nur möglichst kurz anzusehen und über Kopfhörer Musik zu hören, um sich abzulenken. Wenn Spieler ihre noch vorhandenen Chips zählen, zeigt dies oft, dass sie zwar nur noch wenige besitzen, aber dennoch diese Hand spielen wollen. Andere führen Tricks mit den Chips vor, um ihre Gegner abzulenken. Außerdem geben einige Spieler Ratschläge für andere Spieler oder kommentieren die aufgedeckten sowie die eigenen Karten. Einige Spieler provozieren die Gegner sogar durch harte verbale Attacken. Wenn man erkennt, in welchen Situationen und wie die Spieler reden, kann man daraus ebenfalls einen Vorteil ziehen. Mit dieser Methode kann man seine Gegner verunsichern. Um die eigene Sicherheit zu zeigen, bestellen sich einige Spieler, nachdem sie all in gegangen sind, ein Getränk, um anzudeuten, dass sie noch lange am Tisch sitzen werden. Gute Spieler beherrschen diese Methoden und können sie variabel, also auch dann wenn sie eigentlich unüblich sind, einsetzen. In den meisten Onlinecasinos werden deshalb Chats angeboten. Dort kann der Spieler aber nicht die Mimik der Gegner lesen, sondern nur das gespielte Verhalten und die Strategie deuten.


Spieltheorie

Viele Entscheidungen im Poker lassen sich spieltheoretisch begründen. Insbesondere im Onlinepoker, wo es unmöglich ist, Spielern über physische Körperreaktionen (Augen, Hände, verbales Verhalten etc.), auch Tells genannt, anzusehen, ob sie gute Karten haben oder nicht, ist es wichtig, strategisch zu spielen. Das klassische Werk, in dem Poker spieltheoretisch analysiert wird, ist The Theory of Poker von David Sklansky. Aus theoretischer Sicht ist es in jeder Situation optimal, die Entscheidung mit dem höchsten Erwartungswert zu treffen, das heißt die Entscheidung, die einem im Mittel die meisten Chips oder - bei Turnieren nicht immer identisch mit der Zahl der Chips - das meiste Geld einbringt. Beispielsweise ist eine Entscheidung, bei der man in 10 Prozent der Fälle 15  € gewinnt und in 90 Prozent der Fälle 1€ verliert, klar einer anderen Spielweise vorzuziehen, in der man in 50 Prozent der Fälle 10€ verliert und in den anderen 50 Prozent 10€ gewinnt. Eine Grundvoraussetzung ist, das Konzept der Pot Odds zu verstehen und anwenden zu können. Wichtig ist ferner, die eigene Position bei Entscheidungen zu berücksichtigen. Eine von mathematischer Seite besonders weit erschlossene Pokerform stellen Sit and Go-Turniere dar. Für deren Spätphase, in der die Chips der Spieler klein sind gegenüber den Blinds, existiert ein mathematisches Modell (Independent Chip Model), mit dessen Hilfe Entscheidungen getroffen werden können.

 

 


Künstliche Intelligenz

Es wird inzwischen als große Herausforderung angesehen, eine Künstliche Intelligenz zu erstellen, die auch gegen professionelle Pokerspieler bestehen kann. Auf dem Gebiet des Schachspiels können heute selbst PC-Programme auf Standardhardware die allermeisten Spieler problemlos schlagen. Der Grund dafür ist, dass beim Schach beide Spieler alle Informationen über den Spielstand haben und die Fähigkeit von Computern, Millionen von möglichen Zugkombinationen vorauszuberechnen der menschlichen Fähigkeit zum abstrakten taktischen Denken meist überlegen ist. Beim Poker kennt der Computer jedoch nur seine eigenen Karten. Er muss aus dem (keinen festen Regeln unterworfenen) Setzverhalten des Gegners die Stärke seines Blatts ableiten, Bluffs erkennen und selbst möglichst vorteilhaft setzen ohne dabei berechenbar zu werden, da berechenbares Verhalten vom Gegner ausgenutzt werden kann.

Aus diesen Gründen wurde Poker in letzter Zeit für Spieltheoretiker immer interessanter. Im Juli 2006 traten im Rahmen der Jahreskonferenz der amerikanischen KI-Forscher in Boston die besten Pokercomputer gegeneinander an. Im Juli 2007 spielte das von einem Team der University of Alberta entwickelte Programm Polaris in Vancouver gegen die beiden Pokerprofis Ali Eslami und Phil Laak. Dabei wurden in vier Sitzungen insgesamt 1995 Hände $10/$20 Limit Texas Hold’em gespielt. Um den Glücksfaktor auszuschalten, wurden jeweils zwei parallele Heads up-Matches mit umgekehrter Kartenverteilung gespielt. Die menschlichen Spieler gewannen knapp, sie erzielten ein Plus von 395 $.

Mehrere professionelle Schachspieler wurden auf diese Entwicklung aufmerksam, der diplomierte Schachtrainer Ivo Donev gewann sogar ein Armband bei der World Series of Poker. Diese Entwicklung bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Hacker knackten den Code eines solchen Computers und setzten Teile des Codes in Pokerbots ein. Diese Bots können lukrativ beim Onlinepoker eingesetzt werden. Onlinecasinos können sich gegen diese Entwicklung kaum wehren.


Onlinepoker

Im Zeitalter von Computer und Internet wird auch das Pokerspielen über das Internet immer beliebter. So spielten nach Angabe von casinoportalen.de Anfang 2007 eine Viertelmillion Deutsche regelmäßig Poker gegen andere menschliche Spieler über den Computer. Die Gründe dafür sind vielschichtig. So ist es speziell für Anfänger sehr einfach, die Regeln zu lernen und erste Erfahrungen zu sammeln. Da fast alle Pokerräume auch Tische anbieten, bei denen um Spielgeld gespielt wird, besteht auch nicht die Gefahr, Geld gegen erfahrene Spieler zu verlieren. Professionelle Spieler schätzen dagegen die Möglichkeit, an mehreren Tischen zur gleichen Zeit zu spielen und damit die Möglichkeit zu haben, ihre Gewinnchancen zu optimieren. Des Weiteren sind für gewöhnlich zu jeder Tageszeit Pokerspieler online, sodass man fast immer den richtigen Tisch findet. Beide Aspekte zusammen führen dazu, dass ein Spieler beim Onlinepoker pro Tag weit mehr einzelne Runden spielen kann, als in Casinos. Dadurch können Onlinespieler relativ schnell den Rückstand in Spielerfahrung gegenüber Offlinespielern aufholen, die teilweise schon seit mehreren Jahrzehnten professionell spielen.

Viele Spieler verwenden Programme, die parallel auf ihren Rechnern laufen und dem Spieler detaillierte Informationen über statistische Wahrscheinlichkeiten geben und ihn teilweise bei Routinerechnungen entlasten. Die Einsätze bewegen sich dabei in einer großen Bandbreite von scheinbar geringen Limits wie 2 Cent bis hin zu einer Größe des Big Blinds von 2.000 $. Die Legalität von Onlinepoker ist in vielen Rechtsordnungen fraglich. Das deutsche Strafrecht gestattet das Betreiben von Glücksspielen grundsätzlich nur mit einer entsprechenden Konzession. Sowohl das Anbieten (§ 284 StGB) als auch die Teilnahme (§ 285 StGB) an einem nicht genehmigten Glücksspiel sind grundsätzlich mit Strafe bedroht, dies gilt auch für Onlinecasinos.